P-61 "Black Widow"
Revell 1/48
Zum Original:
Durch die
Ereignisse des Jahres 1940 in Europa, wo die nächtlichen Bombenangriffe
allmählich beträchtliche Ausmaße annahmen, wurde das US Army Air Corps zum
Handeln gedrängt und gab eine allgemeine Anforderung für einen speziellen
Nachtjäger heraus. Daraufhin stellte die Northrop Aircraft Inc. ein großes
dreisitziges Doppelrumpfflugzeug vor, welches mit zwei Motoren und Vorrichtungen
für ein noch zu entwickelndes Abfang-Bordradar sowie mit schwerer
Offensivbewaffnung ausgerüstet war. Am 11. Januar 1941 bestellte man zwei
Prototypen XP-61 und schloss in den darauffolgenden 13 Monaten
Produktionsverträge über insgesamt 573 Maschinen ab. Der erste Prototyp
absolvierte seinen Erstflug am 21. Mai 1942, zu einer Zeit also, da die USA
bereits 6 Monate im Krieg standen, und es dauerte weitere 18 Monate, bis das
erste Exemplar der P-61 A "Black Widow" vom Fließband rollte. Die ersten 37
gebauten Maschinen hatten außer 4 festen 20-mm-Bordkanonen an der Rumpfseite
auch eine ferngesteuerte Kanzel mit 4 12,7-mm-Maschinengewehren auf der
Oberseite des Rumpfes. Instabilitäten der Luftströmung hinter der Kanzel führten
dazu, dass man diesen Waffenstand von der 38. Maschine an wegließ. Die ersten
Lieferungen gingen an die 18. Jagdfliegergruppe der USAAF, die damals auf
Guadalcanal stationiert war. Die Einheit erzielte am 7. Juli 1944 ihren ersten
Nachtsieg. Dieser Typ ersetzte nach und nach alle im Dienst befindlichen Douglas
P-70. Bis zur Kapitulation Japans wurden 674 von insgesamt 706 P-61 gebaut. Die
P-61C räumte ihren Platz erst 1950.
Zum Bausatz:
Bei dem Bausatz handelt es sich um eine Wiederauflage des alten
Revell-Monogramm Bausatzes. Da er schon in die Jahre gekommen ist, muss man Grat
und Abstriche bei der Passgenauigkeit in Kauf nehmen. Der Bauplan ist
übersichtlich und man kann ihn Schritt für Schritt befolgen, aber Achtung
er hat einen gravierenden Fehler. Die Maschine hat ein Bugradfahrgestell und
benötigt sehr viel Ballast, um auch auf diesem zu stehen.
Die Detaillierung
ist gut, auch die Radarantennen wurden nicht vergessen.
Erst nach dem Einbau
der Antenne und dem Anbringen des Bugsegments fiel mir auf, dass die Maschine
nie so auf dem Bugrad stehen würde, wie sie es sollte.
Also musste ich das
Ganze noch einmal abtrennen und in die Bugsektion Blei hinein geben. Trotzdem
stand sie immer noch nicht so wie sie sollte.
Da man eine Seite der Motoren
offen lassen kann, entschloss ich mich einfach dazu, auf der anderen Seite der
Motoren ebenfalls etwas Blei einzuarbeiten.
Und siehe da, auf einmal ging es,
sie stand.
Um die Spalten, die beim Zusammenbau entstehen zu verschließen,
muss man doch zur Spachtelmasse greifen. Aber im Großen und Ganzen geht es mit
der Passgenauigkeit.
Am Modell lassen sich das Cockpit und einige
Wartungsklappen geöffnet darstellen. Es ist eigentlich eine gute Idee, dem
Bausatz 3 Figuren beizulegen. Ich entschloss mich jedoch dazu, Figuren von
Hecker & Goros einzusetzen, weil mir diese persönlich besser
gefallen.
Nach dem die Maschine verspachtelt und verschliffen wurde, kann mit
der Lackierung begonnen werden.
Meine Maschine wurde in Schwarz (seidenmatt)
lackiert, die Farbe stammt von Testors (1597 Semigloss Black). Es wurde eine
Airbrushpistole der Firma Testors zum Lackieren benutzt.
Mein Modell stellt
eine P-61 B-15 (Lady of the Dark) dar, eines der späteren Modelle, die auf der
Rumpfoberseite wieder eine Waffenkanzel hatte.
Meine Maschine gehörte 1944
zum Bestand einer der späteren Einheiten in der Zentralpazifikzone, genauer
gesagt zur 548. Nachtjägerstaffel.
Ich kann die P-61 nur empfehlen.
Für
das Preis/Leistungsverhältnis ist sie gut, wenn man ein paar Abstriche in Kauf
nimmt.
Sie ist jedoch kein Anfängermodell.

